Drucken

Newsletter - Immer mehr Denguefieber-Opfer

Newsletter - Immer mehr Denguefieber-Opfer

Newsletter - Immer mehr Denguefieber-Opfer

Brasilien ist nicht das einzige Land, das vom Denguefieber heimgesucht wird. Die Krankheit ist weltweit im Kommen. Schätzungsweise werden jährlich mehr als fünfzig Millionen Menschen mit der Krankheit infiziert, die zu Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen und schlimmstenfalls zu inneren Blutungen und dem Tod führt. Vorher war die Krankheit vor allem auf tropische Länder begrenzt, jetzt fürchten Sachverständige, dass sich das Denguefieber auch in Europa verbreiten könnte. Weshalb verbreitet sich das Denguefieber plötzlich wie ein Ölfleck über die Erde? Marion Koopmans, Dozentin Infektionskrankheitenbekämpfung an der Erasmus Universität Rotterdam, glaubt, dass die besseren Überlebenschancen der Tigermücke
die Hauptursache sind. In den tropischen Ländern, in denen die Tigermücke von alters her vorkommt, werden Mücken in den letzten Jahrzehnten weniger gut bekämpft als beispielsweise in den sechziger und siebziger Jahren. „Aggressive Mittel wie das Insektizid DDT werden jetzt aus umwelttechnischen Gründen nicht länger verwendet. Dies kommt den Mücken zugute. Außerdem hat die Anzahl der spezifisch auf die Mückenbekämpfung ausgerichteten Programme im Laufe der Jahre abgenommen.“ Aber auch die Tigermücke hat sich weiterentwickelt. Früher suchte sie sich vor allem Säugetiere aus, während sie jetzt Menschen vorzieht. „Die Tigermücke gedeiht vor allem in städtischen Gebieten.“ Eine andere Ursache ist der Klimawechsel. Durch die milderen Winter kann die Tigermücke in immer mehr Ländern überleben. Modelle von britischen Entomologen prognostizieren, dass sie sich in Kürze auch in Westeuropa gut behaupten wird. So kommt sie bereits in Italien vor. Dort infizierte sie im vorigen Jahr mehr als dreihundert Menschen mit einem Virus, das mit dem Virus verwandt ist, das Denguefieber verursacht. Auch in den Niederlanden hat man Angst vor der Krankheit. Die Niederlande sind nämlich für Westeuropa der Hauptimporteur von Lucky Bamboo, einer populären Zierpflanze, in der sich Tigermücken gern aufhalten. Gesundheitsminister Klink schloss Vereinbarungen mit den Unternehmen, die Lucky Bamboo importieren: Sie müssen dafür sorgen, dass die Zierpflanzen ohne Tigermücken in den Rotterdamer Hafen eintreffen. Aber Kritiker, unter anderem vom niederländischen Landwirtschafts- und Umweltzentrum, finden dies eine zu vage Absprache, da sie keine Verpflichtung darstellt. Klink unterschätzt ihnen zufolge das Infektionsrisiko mit Dengue in den Niederlanden. Koopmans glaubt, dass es nicht so schlimm kommen wird. „Vor allem Reisende in tropische Länder sollten Angst vor Denguefieber haben.“ Ein großes Problem ist, dass es kein einziges Medikament gegen die Krankheit gibt. Kein Impfstoff und keine Pillen, die das Virus töten. Allerdings entwickeln Forscher gerade einen Impfstoff. Mindestens zwei Pharmazeuten - Pasteur und GlaxoSmithKline - befinden sich damit in einer weit fortgeschrittenen Phase; der erste Impfstoff wird vermutlich 2015 auf den Markt kommen. Bis dahin müssen wir mit Prävention auskommen. Meiden Sie also die Tigermücke, die vor allem in schwülen Pfützen gedeiht, und wenn sie Ihnen zu nahe kommt, erschlagen Sie sie!